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Verschwinden der Ferne – Überwindung von Fremdheit

Worum geht es in der Auseinandersetzung mit Fernnähe, mit Fernnähe als Gestaltungsaufgabe komplexer Räume? Es geht um die praktische Einsicht, in der sich das Verschwinden der Ferne und die Überwindung von Fremdheit als zwei Seiten derselben Medaille erweisen. Im glücklichen Fall sollte es gelingen, die Umrisse eines experimentellen Raumes, eines Laboratoriums für Fern-Nah-Beziehungen, zu skizzieren, in dem – Schritt für Schritt – eine Annäherung an das Phänomen der Fernnähe, sein Bedeutungs – und sein Integrationspotenzial erfolgen kann. Hierbei wird schnell deutlich, dass gedankliche Durchdringung und ästhetisch-kreative Praxis Hand-in-Hand gehen müssen, um zu Ergebnissen zu kommen. 

 

Parallel zu dieser gedanklichen Annäherung muss es also immer um beispielhafte Anschauungen, um das Auffinden von Miniaturen, das Anskizzieren von Ideen und Konzepten gehen, um erste Entwurfsansätze, in denen Fernnähe zum Gegenstand sinnlicher Wahrnehmung zu werden vermag. Dabei wird schnell deutlich, dass das Verschwinden der Ferne und die daraus erwachsende Fernnähe in einem engen Sinnzusammenhang zur Überwindung von Fremdheit gesehen und ergründet werden kann. Damit aber das Fremde nicht als das Feindliche verstanden wird, sondern als etwas anregend Anderes, das den Aufbau von Vertrauen fördert, muss es aus der Ferne in die Nähe gebracht werden. Die Überwindung von Fremdheit gelingt, wenn dabei neue, freundlich gesonnene Nachbarschaften entstehen.

In Übereinstimmung mit den Gedanken von Vilem Flusser sind das Fernnahe und das Fremdnahe eng aufeinander bezogen. Und in Ausweitung dieser Assoziation lässt sich sagen: Das Entfernte ist auch das Fremde, das Unverstandene. Umgekehrt wird das Unverstandene als Fremdes und Fernes erfahren. Ein Vergleich drängt sich auf: Die zwar als bedeutungsvoll wahrgenommene aber doch unverstandene, fremde Sprache muss als Fremdsprache erst neu erlernt werden. Nur dann kann man Barrieren und Distanzen überwinden. Aber auch umgekehrt kann durch die Verfremdung von einmal vertrauten Dingen und Situationen, eine Entfremdung und Distanziertheit und schliesslich Fremdheit entstehen.

 

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