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Neue Nachbarschaft, Hülle und Haut, Telepräsenz

Die Suche und das Auffinden geeigneter Schlüsselobjekte, in denen sich das Thema Fernnähe (, womit zunächst ja nur eine Beziehungsebene angesprochen wird,) beispielhaft verankern, verorten und ‚erden’ liess, erfolgt entlang der vier folgenden Leitlinien:

 

||Herstellung von Nähe durch Überwindung von Fremdheit in neuen Nachbarschaften

||Die Hü̈lle als Grenzfläche zwischen Innen und Außen, Vertrautheit und Fremdheit

||Annäherung und Nähe im Ineinanderfalten von dritter, zweiter und erster Haut

||(Tele)Präsenz und ästhetische Aneignung des Fremdnahen als kreative Störung

 

Die Überwindung von Fremdheit, die Hülle als Grenzfläche und die Haut als Membran, das Fremdnahe als kreative Störung umreissen dabei eine Handlungsfeld, innerhalb dessen sich Seismo Light zu einer konkreten Entwurfs- und Gestaltungsaufgabe verdichten ließ.

 

HERSTELLUNG VON NÄHE DURCH ÜBERWINDUNG VON FREMDHEIT IN NEUEN NACHBARSCHAFTEN

Fernnähe als Anregung, als Instrument und Gegenstand von Gestaltung führt auf einer übergeordneten Ebene zur Konzeption und zum Entwurf von Empfindungswelten und Erfahrungswelten. Hierbei es auch um die Gestaltung von User Experience, von User Experience Design. Dabei können gestaltete Umwelten entstehen, für welche die Überbrückung von Distanzen und die Herstellung von Nähe wesentlich ist. Die Herstellung von Nähe erschöpft sich dabei aber nicht in der physikalischen Verkürzung von Abständen im Raum und in der Zeit: Mit Vilem Flusser erfüllt sich erst in der Überwindung der Fremdheit, in der Überwindung von Schranken die Einlösung des telematischen Versprechens; die Herstellung von Nähe und Zuwendung als eine sinnbehaftete Aufhebung der Ferne kann erst gelingen, wenn diese zu neuen, einander freundlich gesonnener Nachbarschaften führt.

 

DIE HÜLLE ALS GRENZFLÄCHE ZWISCHEN INNEN UND AUSSEN, VERTRAUTHEIT UND FREMDHEIT

 

In dieser Sicht sind das Entfernte und das Fremde zwei Seiten desselben Zustands. Fernnähe oder: die Nähe des Fernen beschreibt in diesem Sinn eine Art Übergangsprozess, der das von Aussen kommende Fremde zunächst in die Nähe lässt. Es sodann hereinlässt, um es schliesslich – im Innern – ganz nah bei sich zu haben. Die Hülle erhält als Thema und Gestaltungsaufgabe so eine zentrale Bedeutung. Als Grenzfläche trennt die Hülle Aussen und Innen. Als plastische Form bildet die Hülle zugleich Innen- und Aussenräume. Als Membrane kann sie gegeneinander abgegrenzte, fremde Systeme in Resonanz zu bringen. Als (atmo)sphärische Hülle markiert sie zugleich Zonen des Übergangs zwischen Inklusion und Exklusion. Als Haut ist die Hülle ein hochkommunikatives und berührungssensitives Austauschmedium.

 

ANNÄHERUNG UND NÄHE IM INEINANDERFALTEN VON DRITTER, ZWEITER UND ERSTER HAUT

 

Die Herstellung von Fernnähe ist als Überwindung von Fremdheit mit der Entgrenzung, mit der Durchlässigkeit, mit der Entfaltung und Ineinanderfaltung von dritter, zweiter und erster Haut (Haus, Kleidung, Epidermis) eng verbunden. Damit wird ein dreifach gestufter Schwellenbereich zwischen fern und nah angesprochen. Solche Annäherungen von dritter zu zweiter, von zweiter zu erster Haut sind geprägt von Übergängen, die sich von objektiven Distanzbeziehungen über das Entstehen von Sympathie bis hin zu subjektiv erlebter Vertrautheit entwickeln können. Wieder mit Vilem Flusser über die Herstellung von Fernnähe und die Überwindung von Fremdheit zu sprechen, würde bedeuten, die aktuelle Debatte zu Inklusion und Exklusion in einer multikulturellen Gesellschaft, über Freundschaft, über die Idee der Teilhabe, sogar über Nächstenliebe (Vilem Flusser) als ein ethisches Grundmotiv zu führen. Für die weitere Ausarbeitung des Fernnähe-Projekts lassen sich von dieser Seite könnte auch mit dieser Ausrichtung erfolgen.

 

(TELE)PRÄSENZ UND ÄSTHETISCHE ANEIGNUNG DES FREMDNAHEN ALS KREATIVE STÖRUNG

Die Gegenwart des Fremden oder Fremdartigen in der unmittelbaren Nahumgebung des alltäglichen Lebens sollte als eine kreative Störung wahrgenommen werden, die auch zu produktiven Impulsen für den Aufbau von Nähe und Vertrautheit zu führen vermag. Das Kunsthaus in Graz, der friendly alien ist hierfür ein gutes Beispiel. Diese Präsenz des Fremdartigen kann als Fremdnähe in vielfältigster Form zur Darstellung gebracht werden: andere oder veränderte Orte werden als Gegenplatzierungen implementiert, Passagen werde als Interfaces und Zonen des Übergangs lesbar gemacht und verbinden Vertrautes mit Fremdem, Nomadic Concepts holen nicht das Fremde herein, sondern transportieren Vertrautes immer wieder in neue, fremde Zusammenhänge, Interventionen und Implantate können als Signale oder Botschafter für etwas Anderes, Fremdes stehen.

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