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form follows seismographic data

Bildschirmfoto 2014-04-01 um 23.50.54

Dem Leitsatz form follows seismographic data folgend beeinflussen Erdbebendaten nicht nur den Puls des Seismo Lights, sondern auch dessen Form.

Im World Wide Web werden sämtliche Daten zu den Erdbeben der Geschichte von den großen seismographischen Instituten zur Verfügung gestellt. Neben den aktuellen Daten finden sich auch umfassende Archive.
An Hand der Daten der Significant Earthquake Database vom National Geophysical Data Center des NOAA habe ich die 20 stärksten Beben der Welt seit 1900 ermittelt. Alle hatten eine Magnitude von 8.4 aufwärts und waren damit Beben mit zerstörerischen Kräften. So zum Beispiel das Beben von Valdivia 1960, welches nicht nur das stärkste Beben des 20. Jahrhunderts war, sondern auch das Beben mit der weltweit größten jemals aufgezeichneten Magnitude von 9,5. Das Beben war so stark, dass es die topographische Gestalt, des im sogenannten Pazifischen Feuerring liegenden Landes Chile deutlich verändert hat.

Die Magnitude ist das Maß für die Stärke eines Erdbebens. Sie wird aus den Amplituden der aufgezeichneten Seismogramme bestimmt. Die Magnituden werden in Skalen eingeteilt. Die erste und die wohl bekannteste Magnituden-Skala ist die Richter Skala – die von Charles Francis Richter in den 1930er entwickelte Skala ist nach oben offen, für heutige Messungen wird deswegen die Moment-Magnituden-Skala verwendet. Diese Skala ist der Richterskala recht ähnlich. Sie ist jedoch durch eine Maximalmagnitude von 10.6 begrenzt und geht von der Annahme aus, dass bei einem Beben der Stärke 10,6 die Erdkruste auseinander brechen würde. Dementsprechend bezieht sich die Angabe der Intensität eines Bebens auf seine direkten Auswirkungen. Ohne Blick auf die Instrumente erfolgt mit dieser Meßgröße damit eine qualitative Beurteilung von Schäden für Menschen, Gebäude und Landschaften.
Mittels der Latitude- und Longitudedaten der Significant Earthquake Database wurden die Orte der Beben auf einen CAD Globus lokalisiert und anschließend unter Berücksichtigung der jeweiligen Magnitude in 2D Metaballs konvertiert. Ein Metaball resultiert aus einem Algorithmus, welcher in Anfängen der 80er Jahre von Jim Blinn entwickelt wurde. Der Algorithmus erzeugt eine dehnbare Oberfläche, welche sich um die Menge von ineinander gehenden Kugeln erzeugt.

Entstanden sind so feine Zeichnungen, deren Lineaturen an Höhenlinien erinnern. Hier visualisieren sie die stärksten Beben der Erde und vermitteln in der Zusammenschau, ausgehend von den verschiedenen Epizentren, einen Eindruck ihrer Verbreitung. Blickt man auf die verschiedenen hot spots, die über den ganzen Globus verteilt sind, verändern sich mit ihnen die jeweils zugehörigen Lineaturen und erzeugen eine Vielzahl differenzierter Visualisierungen der Erdbebenherde auf unserer Erde. Für die Formgebung von Seismo Light habe ich die seismische Aktivität meiner Heimat, den europäischen Kontinent, zum Ausgangspunkt gewählt.