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Cook’s und Fournier’s Friendly Alien aus Graz als fremder Gast

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Das Gegenbild zu einem Negativszenario, wo Fremdbilder schnell zu Feindbildern werden können, ist wiederum der aus der Ferne zu uns kommende Fremde. Ein Fremder, der unsere Schwelle übertritt, den wir neugierig begrüssen und als Gast freundschaftlich empfangen: dem Nähe entgegengebracht wird. Mit dem in allen Kulturen verwurzelten Ritual der Gastfreundschaft wird ein Raum für starke Erfahrungen geöffnet. Das ist ein Raum der Möglichkeiten, in dem sich einander ferne und fremde Lebenswelten überlagern, durchdringen und zu einer neuen Vielfalt finden können. Der „Friendly Alien“ von Peter Cook und Colin Fournier inmitten der Grazer Altstadt setzt in diesem Sinne architekturräumliche Zeichen.

 

Das Kunsthaus in Graz, von Schöpfern Friendly Alien genannt, war für die Kreation von Seismo Light ein sehr positiv besetzter Bezugs- und Ankerpunkt. Inmitten der Grazer Altstadt ist – wie von einem weit entferntem Stern kommend – ein andersartiges Wesen in freundlicher Absicht gelandet. Im unmittelbaren Nebeneinander von Vertrauten und Fremden, gesteigert noch durch die irritierende, biomorphe Plastizität dieses unbekannten Flugobjekts wird eine produktive Wahrnehmungsstörung (Waldenfels) erzeugt und die Aufmerksamkeit auf die Kreation einer völlig neuen Situation gelenkt.

Parallel zur weiteren theoretisch-konzeptionellen Durchdringung dieses Fernnähe-Projekts wurden eine Reihe von Objekten als Key-Objects zu definieren, in denen das Fern- und Fremdnahe visuell-plastischer Form beispielhaft anschaulich wird. Cook’s und Fournier’s Friendly Alien aus Graz war in diesem Zusammenhang ein herausragendes Bezugsbeispiel, das als ein ursprünglich Fernes und Fremdes in den alltäglichen Zusammenhang einer historisch gewachsenen urbanen Umgebung eingepflanzt wurde. Hier wurde Fremdnähe als ein kreativer Keim gesetzt, der die Idee der creative city mit tatsächlichem Leben füllt.

 

Bernhard Waldenfels; Sinne und Künste im Wechselspiel

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